Astronomie

Die Eva-Galaxie

Die wenigsten bekannten Galaxien haben sprechende Namen, sondern nur laufende Nummern mit Hinweis auf den jeweiligen Katalog, in dem sie zum ersten Mal genannt wurden, z. B. Messier. Es gibt da draußen im Universum also noch viele sagenhafte Welteninseln, die schon lange darauf warten, aus der numerischen Namelosigkeit in das lebende Gedächtnis der Menschheit hinübergerettet zu werden. Damit möchte ich heute beginnen.

Unter den 350.00 bis heute erfassten Milchstraßen – *viae lacteae* –, die nur einen winzigen Bruchteil der mindestens 100 Millarden Galaxien ausmachen, die es gibt, habe ich eine besonders schöne im Galaxienhaufen Virgo ausgesucht, die ich einer wundervollen Frau widmen und nach ihr benennen möchte. Hiermit und für alle Zeiten soll NGC 5427 den unvergesslichen Namen Eva-Galaxie tragen. 

Im Vordergrund die Eva-Galaxie, Katalogname NGC 5427,
und ihre Namensgeberin, beide in ihrer atemberaubenden Schönheit

Die Eva-Galaxie wurde am 5. März 1785 von dem deutsch-britischen Astronomen Friedrich Wilhelm Herschel entdeckt. Sie liegt 90 bis 120 Millionen Lichtjahre von uns entfernt – die Angaben dazu variieren stark – und ist ein Teil dessen, was wir den "Großen Attraktor" nennen. Unsere lokale Gruppe mit der Milchstraße und dem Andromedanebel driftet mit über 1,7 Millionen km/h in Richtung dieses superschweren Virgo-Galaxienclusters, wobei wir noch nicht wissen, was die Quelle dieser gigantischen Gravitationskraft ist, denn die sichtbare Masse reicht dazu bei weitem nicht.

Eine der Besonderheiten der Eva-Galaxie ist ihr charmanter Begleiter, die ebenso große Galaxie NGC 5426, die sich über einen der Spiralarme bereits mit Eva verbunden hat, um sie wirbt und sie zum galaktischen Tanz einlädt. In etwa 100 Millionen Jahren werden die beiden zu einer großen elliptischen Galaxie vermschelzen.

Meine astronomischen Interessen

Es gibt zwei Themen, die mich hier besonders interessieren, nämlich das Gravitationsfeld und die differentielle Kinetik galaktischer Akkretionsscheiben und die Ursachen für die Rotverschiebung weit entfernter Galaxien. Dahinter steht die ungebrochene Skepsis gegenüber der vermeintlichen Existenz von dunkler Materie und der noch rätselhafteren dunklen Energie. Nachdem ich die Frage nach der Stellung des Lebens im Universum mit der Einzigartigkeitshypothese vorläufig für geklärt halte, arbeite ich seit zwei Jahren an einer erweiterten, dynamischen Gravitationstheorie, die allerdings nichts mit der bereits bekannten und höchst interessanten MOND-Hypothese des israelischen Physikers Mordehai Milgrom zu tun hat. Anders als er glaube ich, dass wir die Geometrie und die Dynamik gravitativer Felder bzw. Raumverzerrungen noch nicht richtig beschreiben.

Mit Begeisterung lese ich daher Forschungsberichte wie die der Universität Gent vom September 2009, wo eine internationale Forschungsgruppe festgestellt hat, dass die dunkle Materie sich entweder doch ganz anders verhält als bisher angenommen – oder dass sie einfach nicht existiert. Das Thema hat es bis in den SPIEGEL-Online geschafft.

Und hier ist ein cooler Rap, der erklärt, wie der LHC Large Hadron Collider in Genf funktioniert, der in diesen Tagen (April 2010) endlich richtig hochgefahren wird und die ersten Kollisionen mit über 7 Terraelektronenvolt produziert - das sagenhafte Higgs-Teilchen, das die Gravitation erklärt, wird man trotzdem nicht finden.
http://www.youtube.com/watch?v=j50ZssEojtM