Vita

Die frühen Jahre

Reginald Grünenberg, geboren in Lübeck, aufgewachsen in Paris/Meudon, später im Würmtal südlich von München, umgeben von Wäldern und Seen. Als Jugendlicher Mopeds frisiert  [Experte für luftgekühlte Zündapp-Motoren Typ Combinette], mit dem Zündapp-Roller nach Rom und Paris gefahren und mehrfach durch Europa getrampt. Im ersten Jahr vom Gymnasium geflogen, danach Haupt und Realschule, um dann nach der mittleren Reife gegen den Widerstand der Lehrer wieder aufs Gymnasium zu wechseln. Während des letzten Schuljahrs in Starnberg wie zu Goethes Zeiten im Haus eines Medizinprofessors als Nachhilfelehrer seiner so schönen wie verwöhnten Tochter gelebt. Am ersten Tag nach der letzten Abiturprüfung mit besagtem Zündapp-Roller nach Paris umgezogen. Dort von einer japanischen Prinessin erzogen worden und Politik an Sciences Po studiert. Unterbrechung des Studiums für Reisen und die Ausbildung zum Modefotografen in Mailand. In München weiterstudiert, die Prüfung zum Magister artium mit einer Abhandlung über Politische Hermeneutik. Grundlegung einer Kritik des öffentlichen Denkens abgelegt, Reisen nach Marrokko und Kolumbien [das Photo hier links oben ist noch eine Aufnahe aus Cartagena, der Perle der Karibik, wo der großartige Roman El amor en los tiempos del colerá von Garcia Marquez spielt, den ich dort in der Hängematte las] mit Vorträgen an der Anden-Universität zu Bogotà über Los Fundamentos de la Filosofia Politica. Umzug nach Berlin und von dort aus mit einem Graduiertenstipendium der Friedrich-Ebert-Stifung 1996 die Promotion in den Fächern Politikwissenschaft, Philosophie und Geschichte zum Dr. phil. an der Ludwig-Maximilians-Universität zu München mit 1,0 abgeschlossen.


Sternzeichen, in Paris, in Italien bei der Fasanenjagd, in Kolumbien zu Pferde, in München mit Faxe-Bier

Das Berufsleben – Von heute zurück zu den Anfängen

6. Im Verlagsteam und in Zusammenarbeit mit dem Schauspieler und Sprecher Christian Eckert hatten wir bereits zu Leipziger Buchmesse 2009 ein Medienkonzept entwickelt, das wir zu diesem Zeitpunkt noch Lyrixtix nannten. Wir wollten USB-Sticks als intelligente Container für digitale Buchmedien verwenden, das heißt die Texte zusammen mit Hörspielen, Photos und Videos dort ablegen und zugleich mit einem speziellen Webservice verbinden. Im Laufe des Jahres kamen dann wesentliche Erweiterungen und Erfindungen hinzu, so dass Ende 2009 der Smart Media Stick geboren war, den wir mit ebenso neuen Geschäftsmodellen für Zeitungs- und Buchverlage verbanden. Dann war es soweit und wir gründeten die Firma Smart Media Technologies GmbH, starteten die Website www.smartmediatec.com und veröffentlichten unsere Innovationen in den Bereichen Hardware, Software und Geschäftsmodelle für digitale Medien.   

5. Seit Januar 2009 bin ich Verleger, Autor und Publizist. Mit meinem Partner Harald Steinhausen und einem exzellenten Team haben wir den Perlen Verlag aufgebaut. Wir hatten den Verlag bereits einige Jahre zuvor gegründet und im Nebenberuf laufen lassen. Diese Zeit brauchten wir, um das Verlagsgeschäft zu lernen, das Konzept zu entwickeln und interessante Manuskripte zu sammeln. In diesem Jahr veröffentlichte ich mein zweites Buch, Das Ende der Bundesrepublik. Demokratische Revolution oder Diktatur in Deutschland. Mehr dazu hier.


Mit Pierre Schwab, dem berühmten Modephotographen und Hochseeskipper aus Mailand, 
2007 im Mori Art Tower in Tokio. Wir sind seit frühester Kindheit befreundet

4. Vom Sommer 2005 bis Ende 2009 stand mein Leben ganz im Zeichen Japans. Mit meiner japanischen Frau und ihren Kindern bin ich im August 2005 zum ersten Mal nach Tokyo geflogen, wo ich für die Audiantis GmbH erste Geschäftskontakte machte, die vielversprechend waren. Gleich Ende September war ich noch einmal dort und habe an Asiens größter Messe für Unterhaltungsindustrie CEATEC in einem von der japanischen Außenhandelsgesellschaft JETRO organisierten Bizzmatch teilgenommen. Von da an flog ich regelmäßig nach Japan, um unser Netzwerk auszubauen. Dann fingen qualifizierte Investmentgespräche mit verschiedenen Investoren an. Am weitesten kamen wir mit Intel Capital Japan und der Digital Garage Group, so dass ich im April 2007 die Audiantis Japan K.K. gründete. Zugleich bewarb ich mich für das ETP Executive Training Program der Europäischen Kommission (www.etp.org), das junge Europäer zu Japan- und Koreaexperten ausbildet. Im Sommer wurde ich als Stidendiat in dieses hochkarätige Programm aufgenommen. Von November 2007 bis Ende Februar 2008 an wurde ich mit einer Gruppe von achtzehn Europäern in Paris an Sciences Po, in Mailand an der Bocconi School of Management und in London an SOAS School of Oriental and African Studies in allen Bereichen von Wirtschaft, Kultur und Sprache auf Japan vorbereitet. Das war eine grandiose Zeit! Anfang März ging es dann nach Tokyo, wo wir bis Ende Juli an der Waseda Universität Business und Sprache studierten. Dann begann ein dreimonatiges Praktikum in einem japanischen Unternehmen. Über diese Japan-Erlebnisse habe ich ausführlich und mit vielen Bildern und Videos auf meinem englischen Blog www.regisworld.wordpress.com unter dem Tag "ETP" berichtet. Im Laufe desselben Jahres hatte sich die Gesellschafterstruktur der Audiantis GmbH in Berlin erheblich verändert und es wurde eine neue Firmenstrategie beschlossen, sodass ich die Geschäftsführung der GmbH und auch den Vorstandsvorsitz der Audiantis Japan K.K. niederlegen musste. Das war vorerst das Ende meines Japan-Abenteuers. Doch eineFortsetzung ist schon in Planung, denn ich schreibe seit langem an einem historischen Japan-Roman über den deutschen Arzt Philipp Franz von Siebold, der 1823 in dieses seit Jahrhunderten abgeschlossene Land kam.

3. Vom Sommer 2001 bis 2004 arbeitete ich mit Partnern am Aufbau und der Finanzierung meines ersten IT-Startups, das zuerst Webmelody GmbH hieß und dann auf Audiantis GmbH umgetauft wurde. Wir hatten zusammen im Dezember 2000 ein Patent auf ein neues Verfahren der Datenübertragung eingereicht und sofort danach eine Firma gegründet. Dann kam im Frühling der Zusammenbruch der Weltbörsen und damit der ganzen New Economy. Das war also ein denkbar schlechter Moment für Fundraising, denn wir brauchten eine Menge Geld, um das zu entwickeln, was wir erfunden hatten: Interaktives Audiostreaming. Den ersten Schritt schafften wir mit der tbg Technologie-Beteiligungsgesellschaft, einer Tochter der Deutschen Ausgleichsbank, mit einem Genussrechtskapital von 150.000 Euro. Damit konnten wir bis Mitte 2002 einen hervorragend funktionierenden Prototypen-Server, ansprechende Präsentationen und einen detaillierten Businessplan entwickeln. Doch das half zunächst wenig, denn in den folgenden Jahren war es fast unmöglich, eine Anschlussfinanzierung zu erhalten. Wir hätten 2,5 Mio. Euro gebraucht für einen richtigen Start und präsentierten vor allen einschlägigen Venture Capital Firmen in Deutschland. Parallel hatten wir versucht, Fördermittel zu bekommen. Es dauerte bis Ostern 2004, als die Investitionsbank Berlin die Audiantis in das Förderprogramm ProFIT aufnahm und wir nicht nur 500.000 Euro erhielten, sondern auch die Unterstützung von dem MP3-Erfinder Prof. Karlheinz Brandenburg, der sich finanziell an der Firma beteiligte.  

2. In den Jahren 1999 bis 2001 setzte ich meine Erfahrungen mit Venture Capital um und wurde der erste deutsche Unternehmensberater für Startup-Firmen, der selbst einen VC-Prozess als Investee durchgemacht hat. Ich gründete als Geschäftsführer mit zwei Partnern die venturepartner GmbH und öffnete ein Büro in Berlin am Hackeschen Markt. Es war die wilde Zeit der New Economy und wir lebten mitten in diesem Wahnsinn, der unglaubliche Energien bei jungen, erfinderischen Leuten freisetzte. Meine Lernkurve war extrem steil, denn wir bekamen Projekte aus den verschiedensten Bereichen angeboten, in die wir uns auch inhaltlich einarbeiteten: Software, Hardware, Webgestaltung, Portale, Solarzellen, Satellitentechnologie, Franchisingsysteme, etwa für Zahnarztpraxen, neue Callcenter- und Telefonie-Lösungen, Datenkompression und -sicherheit, Gebäudebeschichtung u.v.m.  

In dieser Zeit unterstützte ich auch den Aufbau des ECLA European College of Liberal Arts, das erste Liberal Arts College auf dem europäischen Kontinent, von uns errichtet auf dem Gelände des wunderschönen Hufeland-Klinikums in Berlin-Buch. Als Vorstand war ich zuständig für Finanzen, Planung und IT-Aufbau, während der Summer University 2001 war ich Dean of Students. Das war eine faszinierende, aber auch äußerst anstrengende Erfahrung. Das College wurde, weil die deutschen Stiftungen diese Universitätsgründung nur unerträglich zögerlich und mit Kleinstbeträgen förderten, von der New Yorker Christian A. Johnson Endeavor Foundation in einer Art unfriendly take-over übernommen, indem sie einfach 10 Millionen US$ auf den Tisch legte und das Management sowie die anderen Stiftungen einfach rausschmiss. Damit hier kein Missverständis aufkommt: Das Verhalten der Johnson Foundation ist absolut verständlich und es sind die deutschen Stiftungen, die in ihrer deutschen Kleinkarriertheit versagt haben. Dieses einzigartige Bildungsprojekt ist daher heute eine rein amerikanische Angelegenheit, aber ich bin dankbar, dass man sich dort noch an unsere Gründungsarbeit erinnert.

Der größte Job bei venturepartner war allerdings der Aufbau einer eigenen CVC Corporate Venture Capital Tochtergesellschaft für die Norddeutsche Affinerie, den größten Kupferhersteller Europas, und das Management der ersten großen Beteiligung an einem Projekt zur Entwicklung flexibler Solarzellen. Ich hatte das Management der NA überzeugt, dass dieses Projekt alleine zu riskant sei und nur sinnvoll sein könnte im Rahmen eines ganzen Portfolios solcher Risiken, die man in eine Beteiligungsgesellschaft ausgliedert. Als wir diese Gesellschaft im Sommer 2000 gegründet hatten, wurde mir auch gleich die Geschäftsführung angeboten. Damit war die venturepartner GmbH Berater und Investor zugleich. Doch weitere Investments wurden vom Vorstand der NA nicht genehmigt, sodass ich ich die Geschäftsführung im Sommer 2001 niederlegte. Auch die venturpartner GmbH litt zu dieser Zeit unter dem Zusammenbruch der New Economy sowie dem Streit der Gesellschafter und meldete Insolvenz an.  

1. Nachdem ich im Sommer 1996 meine Promotion in München und Zürich mit der Gesamtnote 1,0 abgeschlossen hatte, musste ich feststellen, dass niemand auf einen ehrgeizigen und vor Ideen sprühenden Politikwissenschaftler wartet. Sogar mein Doktorvater Georg Kohler beförderte lieber alle Leute um mich herum – die zudem noch meine Freunde waren, die ich ihm vorgestellt hatte –, als mir den Weg zu einer akademischen Karriere zu eröffnen. Wie ich später erfahren habe, war er wohl gekränkt, dass ich ihn als Intellektuellen nicht ernst genommen habe, als Philosophen schon gar nicht. Das stimmt, denn schon meine Dissertation zielte weit über seinen Horizont hinweg und ich wusste, dass er sie nicht einmal im Ansatz verstehen wird. Das hat er mir in seinem Dissertationsgutachten auch schriftlich gegeben. Doch sie war einfach zu gewaltig und er traute sich nicht, mir eine schlechtere Note zu geben, obwohl er es gerne getan hätte. Im Rigorosum, den mündlichen Promotionsprüfungen in Politik, Geschichte und Philosophie von jeweils einer Stunde, für das ich tausende von Seiten gelesen und mich gründlich vorbereitet hatte, ging alles glatt. So saß ich also mit einem exzellenten Abschluss und einem neuen Titel hochdekoriert da und hatte erst mal keinen Job. Also kellnerte ich erst einmal - ich hatte schon in München während des Studium in feinen Restaurants und Biergärten jahrelang gekellnert und dabei eine Menge Geld verdient - und machte dann ein Praktikum im Lektorat des Berlin Verlags. Zur gleichen Zeit fing ich an, Kleinunternehmer dabei zu beraten, wie sie an öffentliche Fördermittel kommen können. Wie das? Nun, ich hatte bereits im Laufe des Jahres 1996 an dem ersten StartUp-Wettbewerb von McKinsey & Co. mitgemacht und dabei gelernt, wie man Businesspläne schreibt. Mit Begeisterung stellte ich fest, dass Businesspläne auch nur Theorien sind, die allerdings sofort überprüft werden können sich bewähren müssen. Das war schon etwas anderes als in dem akademischen Freilandmuseum Politikwissenschaft, wo man auch heute noch wie zu Zeiten des alten Aristoteles dilettieren darf. Meine erste Geschäftsidee war ein philosophisches Callcenter mit dem nahe liegenden Namen Philosophon. Ich hatte dann in den ersten Runden des Wettbewerbs auch sehr gutes Feedback von McKinsey bekommen und dachte mir, das kann ich doch gleich anwenden. So bekam ich immer mehr Klienten, denen ich dabei half, einen Geschäftsplan zu schreiben, um Zuschüsse oder Förderkredite bei der EU oder der IBB Investitionsbank Berlin zu beantragen. 1997 kam ich so überraschend zu einem größeren Projekt, wo es um die Finanzierung eines Forschungsprojektes zur nicht-invasiven Blutzuckerwertmessung ging, nämlich auf der Basis von Lasern statt mit Stichen durch die Haut. Das beschäftigte mich mehrere Monate, denn ich schrieb nicht nur den vollständigen Businessplan, sondern ging auch auf Tour, um Investoren zu finden. Das gelang mir schließlich, denn das Berliner Venture-Capital-Unternehmen bmp investierte 2,7 Millionen DM in die Medical Diagnostics GmbH, die mein Klient zuvor gegründet hatte. Da sonst niemand dazu in der Lage war, übernahm ich gleich die Geschäftsführung. Alles fing gut an, denn das Projektmanagement mit drei Forschungseinrichtungen in Heidelberg, Dortmund und Düsseldorf funktionierte gut. Doch die Freude währte nicht lange, weil die Gründungsgesellschafter durchdrehten und mit dem Namen der Firma eigene Geschäfte anfingen, und zwar an der Geschäftsführung vorbei, sprich mir. Ich ließ es zum offenen Konflikt kommen und hatte auch den Investor auf meiner Seite, doch bmp hatte nur knapp unter 25% der Anteile und konnte somit nichts machen. Ich wurde als Geschäftsführer entlassen. Das Unternehmen war wie zu erwarten anderthalb Jahre später insolvent und hatte nichts für Forschung und Entwicklung, dafür aber fast alles für Anwälte und inkompetente Berater ausgegeben. Ich konnte froh sein, früh genug den Absprung gemacht zu haben. Mit diesen Erfahrungen gründete ich 1999 die venturepartner GmbH.